18.06.2018
kuh_blass Aufklärungskampagne
von September 2014 bis Juli 2015

An einer Milchzuckerunverträglichkeit leiden rund 20 % der Bevölkerung Österreichs, trotzdem wird Milch in unseren Breiten wie ein Grundnahrungsmittel behandelt. Im Rahmen einer Aufklärungskampagne widmeten wir uns diesem Thema und informierten über Formen, Beschwerdebilder, Möglichkeiten der Austestung und Behandlungsmöglichkeiten.

20 % der österreichischen Bevölkerung fehlt das Enzym Laktase zur Verarbeitung von Milchzucker (Laktose) in der Darmschleimhaut. Bei den routinemäßigen ärztlichen Untersuchungen wird das Fehlen des Enzyms meist nicht erkannt.

Welche Symptome weisen auf Laktoseintoleranz hin?
Bauch- und/oder Verdauungsbeschwerden, chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Juckreiz, Ekzeme, Gewichtsprobleme, Reflux, Herz-Rhythmusstörungen, Stimmungsschwankungen, Panikattacken, Depressionen, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit, uvm.

Bin ich selbst davon betroffen?
Der Nachweis kann sehr rasch und schmerzlos durch einen Atemlufttestm, einen Bluttest oder durch einen Mundhöhlenabstrich erfolgen.

Alle Projektbestandteile im Überblick:

  • 19.09.2014 10-18 Uhr: Start der Kampagne mit einem Aufklärungstag
    Info & Beratung, Möglichkeiten der Austestung, Laktosefreies Kaffeehaus, Verkostung von laktosefreien Produkten, Kinderprogramm uvm.
  • 19.09.2014 18:00 Uhr: Vortrag „Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten - Der Kampf mit dem Bauchkrampf“
    (Referent: Univ.-Doz. Prim. DI. DDr. Hans Schön)
  • 21.11.2014 18:30 Uhr: Vortrag „Schmerzheilung beginnt im Kopf - eine psychologische Schmerztherapie“
    (Referent: DDDr. Karl Isak)
  • 12.12.2014 13-17 Uhr: Allgemeine Informationen rund um Laktoseintoleranz: Formen, Symptome, Testverfahren, Auswirkungen auf den Ernährungsalltag
    (Rosenarcade Tulln)
  • 05.02.2015 18:30 Uhr: Vortrag „Essen als Selbstdarstellung: Wir sind das, was wir NICHT essen. Die neue Funktion der Selektion“
    (Referentin: Mag. Hanni Rützler)
  • 13.03.2015 10-18 Uhr: Ernährungstag rund um laktosefreie Produkte
    Information, Beratung, Verkostungen, Gewinnspiel

Von September 2014 bis Juli 2015 begleitende Workshops:
Leitung: Michaela Haunold, Ernährungsberaterin

  • Aufklärungsworkshop – „Laktoseintolerant – ICH?“
    Im Rahmen von 2 1/2 -stündigen Workshops wurden wichtige Details rund um das Thema Laktoseintoleranz und deren begleitende Symptome besprochen. Welche Hintergründe und Ursachen einer Laktoseintoleranz sind zu beachten, wie und wo kann eine Intoleranz nachgewiesen werden. Anschließend gab es die Möglichkeit zur Durchführung eines Mundhöhlenabstrichs zu einem Sonderpreis im Zuge des Projekts in Höhe von € 59,90. (Das Ergebnis wurde direkt vom Labor an die Testperson übermittelt).

  • Ernährungsworkshop – „Milchzucker, wo ihn niemand vermuten würde“:
    Laktoseintolerant - Was nun? Laktose ist nicht nur in Milchprodukten sondern in vielen unserer täglich verwendeten Lebensmittel enthalten - Brot, Wurst, Kuchen, Kakao,….
    Es stellt sich die Frage, was esse ich jetzt und wie ersetze ich meine bisher „gewohnten“ verwendeten Lebensmittel? Der tägliche Einkauf wird zum Spießrutenlauf? Die Besucher erhielten neben einer ausführlichen Beratung Infomaterial in Form einer CD mit Überblick über laktosefreie Lebensmittel (bei Spar, Billa, Merkur uvm.)

  • Selbsthilfegruppe Laktose- und Nahrungsmittelunverträglichkeiten:
    Als Nachfolgeprojekt gibt es seit September 2015 die vom Dachverband für NÖ Selbsthilfegruppen anerkannte Selbsthilfegruppe Laktose- und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Betroffene und Interessierte erhalten im Rahmen von Stammtischen alltagstaugliche Tipps, die den Ernährungsalltag erleichtern sollen. Gruppenleitung: Michaela Haunold; Tel. 0676/719 52 20; Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
logo_glyx Konzeptausarbeitung und Projektleitung: Michaela Haunold
www.glyx4you.com

unterstützt durch:
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Allgemeine Informationen zum Thema Laktoseintoleranz:
Milchzuckerunverträglichkeit oder auch Laktoseintoleranz kommt durch einen Mangel an dem Enzym Laktase im Dünndarm zustande. Dieses Enzym hat die Aufgabe, das Disaccharid „Laktase“ in seine Bestandteile Galaktose und Glukose aufzuspalten. Diese Monosaccharide werden in der Folge im Dünndarm resorbiert, während das unaufgespaltene Disaccharid Laktose nicht resorbiert werden kann.

So wie bei den meisten Säugetieren, verlieren Babys nach dem Abstillen die Fähigkeit, Laktose aufspalten zu können. In nordischen Ländern zeigen nur etwa 3-8 % der Bevölkerung einen Verlust an Laktase beim Abstillen. In Deutschland sind es etwa 14 % und in Österreich etwa 20 % der Bevölkerung (durch den Zuwandereranteil erhöht sich dieser prozentuelle Anteil auf rund 25 %). Man nimmt an, dass diese Verteilung der Laktoseintoleranz mit der Sonneneinstrahlung zusammenhängt. In nordischen Ländern, wo geringere Sonneneinstrahlung stattfindet, muss Vitamin D hauptsächlich über die Nahrung abgedeckt werden. Je weiter wir südlich kommen ist die Sonneneinwirkung deutlich höher. So sind in Asien 87 % der Bevölkerung laktoseintolerant.

Man unterscheidet primäre und sekundäre Formen des Laktasemangels.

  • Unter den primären teilt man nach ethnischen und endemischen Laktasemangel
  • den entwicklungsbedingten Laktasemangel bei Frühgeburten und den kongenialen Laktasemangel als autosomal-rezessive Erkrankung.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Austestung. Der H2-Atemtest, wo mittels eines Testgeräts der Wasserstoffanteil in der Atemluft gemessen wird, danach 50g Lactose verabreicht und im Zeitraum von 2 Stunden mehrere Messungen durchgeführt werden.

Die Möglichkeit der Genotyp-Testung erfolgt über einen schmerzlosen Mundhölenabstrich, der im Labor ausgewertet wird und das „Laktosegen“ bestimmt wird.
(Text zur Verfügung gestellt von Michaela Haunold).